Die Welt steht still: Wie Corona uns in Angst versetzt

Die Welt steht still: Wie Corona uns in Angst versetzt

Die Welt steht still: Wie Corona uns in Angst versetzt.

Martin’s persönlicher Corona-Schock

Es ist verrückt. Ein Virus, der nicht viel mehr als erst einmal Erkältungssymptome bringt, verbreitet sich in Windeseile um die Erde. Das kennt man ja sonst nur aus Science-Fiction und tatsächlich werden solche Szenarien jetzt – zumindest in abgeschwächter Form – Realität. Und gleichzeitig zeigt er, wie klein doch die Welt ist. Und wie eng wir alle miteinander vernetzt sind. Wie weit ist China eigentlich von uns entfernt? Die einfache Strecke von Köln nach Wuhan sind rund 8,5 Tausend Kilometer. Dazu kommen nochmal über zweitausend Kilometer, wenn ich die ganze Strecke fahren möchte.  Insgesamt fünf Ländergrenzen würde man dabei überschreiten und vermutlich – rein überschlagen, etwa einen Monat brauchen. Und wie schnell hat sich der Virus dabei verbreitet?

Die Schockstarre zu Beginn der Krise

Corona zeigt, wie verletzlich der Mensch doch ist. Und wie schnell es passieren kann, dass sich ein Blatt wendet. Auch wenn ich es mir persönlich nicht eingestehen möchte und rational völlig unbesorgt bin, so habe ich Angst. Angst davor, dass ich mich anstecke, Angst davor, dass meine Familie – gerade ältere Menschen wie Mama und Papa sich anstecken und vielleicht dadurch bald nicht mehr sind. Dazu habe ich Angst vor dem Verlust meiner Existenz, ich arbeite erst einige Monate freiberuflich. Und meine Kunden stellen Ausgaben natürlich – und völlig verständlich – sofort ein, die jetzt nicht überlebensnotwendig benötigt werden. Ihnen selbst wird die Existenzgrundlage genommen. Bei mir macht sich die Angst körperlich bemerkbar. Verspannungen, Unruhe und Unwohlsein macht mir zu schaffen – obwohl ich außer in den Nachrichten, bisher keine Berührung mit dem Virus habe. Es ist eine Art „freezing“, einfrieren in eine Schockstarre.

Der erste Kontakt mit dem Virus

Am Donnerstagvormittag, es ist der 12. März 2020, ruft mich eine Nachbarin an und bittet mich, ihr ein Corona-Test-Set bei ihrem Arzt zu besorgen. So schnell ist der Virus vor der Haustür. Es ist für mich selbstverständlich, dass ich ihr helfe. Doch alleine der Weg zur Praxis macht mich nachdenklich. Werde ich mich vielleicht in der Praxis anstecke, obwohl dort sicher alles desinfiziert ist? Wie hole ich das Set wieder bei ihr ab, ohne dass ich irgendetwas berühren muss? Ich instruiere sie, das Set nach Nutzung erst dann einzupacken, wenn sie sich desinfiziert hat. Und selbst dann nutze ich wieder eine weitere Tüte, die mir der Arzt mitgegeben hat, um das Set einzupacken – wie beim Hundekot auf der Wiese. Ein mulmiges Gefühl vielleicht den Virus in der Tasche zu haben.

Es ist amtlich

Der Virus ist in Köln angekommen. Meine ehemalige Bankfiliale, in der ich früher tätig war, ist für einen Tag geschlossen. Wegen eines Corona-Falls. Die ganze Mannschaft vorsorglich in Quarantäne. Einige kenne ich noch persönlich. Gestern dann das Ergebnis. Meine Nachbarin ist positiv getestet. „Gut, dass ich so vorsichtig war bei Übergabe und Abholung des Test-Sets“, denke ich. Und doch ist da wieder dieser Funke Angst, der das Feuer entfacht. Kein wärmendes, loderndes, motivierendes Feuer, was Energie entfacht und Tatkraft. Eher eine Flamme der Angst, die Träume zerschießt. Die Dinge in Frage stellt, die blanke Panik davor, dass ich das verlieren könnte, was ist. Was sich auf dem Weg befindet, was sich gerade so gut entwickelt. Die neue liebevolle Beziehung, meine mental für mich hart erkämpfte Selbständigkeit, meine Gesundheit, mein kreativer Arbeitsurlaub im April auf Sizilien, der Podcast an dem ich mit Katrin mit Herzblut arbeite. Alles, aber auch alles stellt sich gerade in Frage. Stresshormone durchfließen den ganzen Körper und zack, da ist die Panikattacke.

Mein Umgang mit der Angst

Zum Glück habe ich gelernt, mit meinen Ängsten umzugehen. Das Wichtigste dabei ist für mich der Atem. Die Konzentration auf die Ein- und auf die Ausatmung und auf das, was gerade in diesem Moment ist. Das zu umarmen, was jetzt gerade ist, zu beobachten und Gleichmut walten zu lassen. Das erfordert Übung, vor allem in guten Zeiten. Auch da schon einzuüben wie ich mich im Krisenfall verhalte. Um dann auch in diesen Modus gehen zu können und ein Stück weit die Symptome zu beeinflussen und mich davon wieder runterzuholen. Dabei gilt es auch, mich nicht dafür zu verurteilen. Für meine Gefühle, dafür mich als „schwach“ in diesem Moment wahrzunehmen, mich stattdessen zu beobachten. Das, was ist. Ohne Bewertung, sondern ganz neutral. Und ein Stück weit Mitgefühl mit mir selbst zu haben. Alleine dadurch weiß ich, weil ich es bereits mehrfach erlebt habe, dass sich die Situation verändert.

Neue Kraft

Und so kann ich heute darüber sprechen und berichten, wie mich der Virus persönlich im Griff die Tage hatte und vielleicht auch heute noch hat. Aber es ist völlig anders. Ich habe Abstand dazu, ich weiß, dass sich die Welt weiterdreht. Ich bin wieder in meiner eigenen Erkenntnis, dass sich das ganze Leben immer wieder verändern wird. Und, dass Transformation mein Prozess ist, in dem ich mich das ganze Leben befinden werde. Und so hat für mich auch diese Situation wieder etwas Gutes. Denn auch daraus kann einiges entstehen. Man sagt, dass Kreativität erst dann entsteht, wenn Stille herrscht. Dann, wenn du dir selbst die Zeit nimmst, loszulassen von alle dem, was dich tagein und tagaus beeinflusst.

Was uns Corona vielleicht sagen möchte

Und nun beginnt die Welt im Kollektiv immer weiter still zu stehen. Schon heute hat fast jeder Erdenbürger Berührungspunkte mit dem, was alle beschäftigt. Corona lässt die Welt den Atem anhalten. Und doch dreht sie sich weiter. Und ich frage mich in diesen Tagen, was möchte uns Corona damit sagen? Was ist die subtile Botschaft, die Corona mit sich trägt? Klar ist, Corona wird die Menschheit nicht auslöschen. Dafür ist die Sterberate viel zu niedrig. Interessant finde ich, dass gerade Kinder wenig mit den Folgen zu kämpfen haben. Manch einer mag denken: „Gerade die Kinder, logisch, da will jemand, dass die vielleicht nochmal die Chance haben, es besser zu machen.“ Das ist mir zu einseitig. Aber dennoch finde ich den Gedanken spannend, dass Corona eine kollektive, gesellschaftliche Quarantäne verordnet – und zwar jeder für sich, als Einzelne*r. So entsteht ein Zeitraum, der für mindestens zwei bis drei Wochen Ruhe verordnet. Zeit für Reflexion. Zeit zur Entspannung. Zeit zum Aufräumen und darüber nachzudenken, was ich selbst als Einzelner in diesem Leben für eine Rolle übernehmen möchte. Und vielleicht sind Themen wie die weltweiten Klimaproteste, die immer stärker werdenden Umweltauswirkungen, Naturkatastrophen, Eisschmelzen nur die Vorboten im großen Prolog zum Prozess, der durch Corona eingeläutet wird: eine vom Universum verordnete Kollektiv-Ruhe, die dem Menschen die Chance gibt, sein Handeln neu auszurichten.

So funktioniert die Neuausrichtung zum höchsten Wohle aller

Und so denke auch ich dieser Tage aus einer Haltung der Ruhe heraus viel über Vergangenheit und Zukunft nach. Und gleichzeitig versuche ich mich nicht davon einnehmen zu lassen, sondern in der Gegenwart zu leben. Denn die Vergangenheit kann ich nicht ändern und die Zukunft nur dann, wenn ich in der Gegenwart die Dinge verändere. Und das heißt für mich, mein Handeln zu hinterfragen, ob zum höchsten Wohle aller ist und ob damit nicht irgendwer zu Schaden kommt. Dabei geht es nicht darum, etwas nicht falsch machen zu dürfen, sondern es geht darum aus einer achtsamen Haltung heraus das Leben, die Menschen, die Natur und unsere Erde zu respektieren und die Schöpfung so zu wahren, wie sie ist und mein Handeln immer weiter darauf auszurichten, dass nicht nur ich, sondern auch alle anderen etwas davon haben.

Mach mit – Aktion statt Reaktion!

Katrin und ich möchten dich dazu einladen, die jetzige Zeit dafür zu nutzen, dich selbst ein bisschen besser kennenzulernen. Finde heraus, wo du gerade stehst. Werde zu deinem eigenen Beobachter. Vielleicht schau auch mal kurz nach hinten, was Dich gerade ausmacht. Beobachte deine Ängste. Was steckt eigentlich hinter meiner persönlichen Corona-Angst? Was ist es, das mir jetzt gerade wirklich Angst macht? Was kann ich für mich daraus lernen? Wie kann ich die Zeit – sinnvoll – für mich nutzen, die mir Corona für mein „normales“ Leben klaut? Und vielleicht wirst Du dann einige Schritte voran kommen für dich und dein Leben. Wir wünschen dir von Herzen vor allem Gesundheit. Und, dass du die Chance, die aus der Stille der Welt nun entsteht, für dich und zum Wohle aller nutzen kannst.

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